Holzbrücke schwebt zurück über die Rott
Neuhaus am Inn. Anfang Oktober 2025 wurde die alte Rottbrücke mit einem Raupenkran aus ihren Fundamenten gehoben und anschließend in der nahegelegenen eigens eingerichteten Feldwerkstatt aufwändig instandgesetzt. Nun sind die Arbeiten an dem historischen Bauwerk abgeschlossen und das erste von zwei Brückensegmenten konnte nun am neuen Standort ca. 35 m flussabwärts erfolgreich eingesetzt werden. Das zweite Brückenteil wird voraussichtlich morgen eingehoben.
Monatelang haben die Zimmerer in der Feldwerkstatt an der Brücke gearbeitet, schadhafte Holzbauteile ausgetauscht und zusätzliche Stabilisierungen eingebaut. Die Holzkonstruktion von 1853 war den Lasten des modernen Verkehrs nicht mehr gewachsen und zudem dringend sanierungsbedürftig. Die Brücke hatte zuletzt Neuhaus am Inn und den Ortsteil Mittich verbunden, bis sie für den Verkehr gesperrt werden musste. Künftig wird sie deutlich weniger an Last zu tragen haben, denn an ihrem neuen Standort wird sie nur noch als Fahrrad- und Fußgängerbrücke dienen, während eine neue Stabbogenbrücke aus Stahlbeton für den motorisierten Verkehr zur Verfügung stehen wird.
Die denkmalgeschützte Holzbrücke sollte im Rahmen der Sanierung so originalgetreu wie möglich erhalten bleiben. Eine besondere Herausforderung war dabei auch die Versetzung des Mittelpfeilers. Dieser wurde mit den originalen Granitblöcken – ergänzt durch einen Stahlbetonkern – wieder aufgebaut.
Schon im Oktober bei der Brückenaushebung wie auch jetzt bei der Widereinsetzung kam einer der größten derzeit in Europa verfügbaren Raupenkräne zum Einsatz. Dies war nötig, da nur dieser die Reichweite und Traglast besitzt, um die beiden rund 60 Tonnen schweren Brückensegmente vom Ufer aus zu heben und auf einen Tieflader zu setzen.
„Mit dem Wiedereinhub der alten Rottbrücke haben wir einen wichtigen und herausfordernden Teilabschnitt dieser Baumaßnahme erfolgreich und planmäßig abgeschlossen. Das Gesamtprojekt ist sowohl technisch als auch finanziell eine der anspruchsvollsten Baumaßnahmen in der Geschichte des Landkreises. Herzlichen Dank an die beteiligten Kollegen unserer Kreisstraßenverwaltung und die bauausführenden Firmen für ihre hervorragende Arbeit,“ betonte Landrat Raimund Kneidinger.
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter sagte: „Das Vorhaben ist ein echter Gewinn für die Menschen in der Region. Es verbessert nicht nur die Situation für die Autofahrer, sondern erhöht mit dem neuen Geh- und Radweg auch die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radler. Obendrein konnte mit der historischen Rottbrücke ein Stück bayerische Baugeschichte erhalten werden. Der Freistaat als starker und verlässlicher Partner der Kommunen unterstützt hier deshalb sehr gerne mit insgesamt mehr als 8 Millionen Euro.“
Daten & Fakten:
Gesamtkosten: 11 Mio. €
- Ersatzneubau Stabbogenbrücke: 4,1 Mio. (gewährter Zuschuss von 80 %)
- Radweg und teilw. Umlegung Kreisstraße PA 15: 3,8 Mio. (gewährter Zuschuss von 80 %)
- Instandsetzung Holzbrücke: 3,1 Mio. € (Zuschuss gewährt bis zu 2,5 Mio. €)
Zeitplan:
Abgeschlossen:
- Erdarbeiten Retentionsraum
- Erweiterung Durchlass Flutmulde
- Erd- und Straßenbauarbeiten für Baustraßen, Kranstellfläche, Feldwerkstatt etc.
- Versetzung der Dachelemente in Feldwerkstatt
- Aushub der historischen Brücke und Transport zur Feldwerkstatt
- Instandsetzung Holzbrücke in der Feldwerkstatt
- Herstellung Unterbauten für Holzbrücke am neuen Standort
- Wiedereinhub der historischen Rottbrücke am neuen Standort
Nächste Schritte:
- Bis August 2026: Instandsetzung und Wiedereinhub Dachelemente, Erneuerung Dacheindeckung, Herstellung Schalung und Fahrbahnbelag Holzbrücke
- Bis Mai 2027: Herstellung neue Stabbogenbrücke am alten Standort Holzbrücke
- Bis Juli 2027: Herstellung Fahrradwege, Straßenbau etc.
- Juli 2027 geplante Gesamtfreigabe PA 15 inkl. Radweg