Ein Projekt, das läuft

21. April 2026: Im Mühlviertel und Bayerwald entsteht größte Trailrunning-Region Europas – Landkreis Passau mit dabei
Projektstart "North Trails"

Es nennt sich „North Trails“ und soll bis Ende 2028 zum größten zusammenhängenden Trailrunning-Gebiet Europas werden. Projektpartner neben dem Tourismusverband Mühlviertel und dem Prämonstratenser Chorherrenstift Schlägl sind auch die Landkreise Freyung-Grafenau und Passau mit entsprechenden Anteilen an den Laufwegen. Planung und Umsetzung des 1,53-Millionen-Projekts starteten jetzt bei einem gemeinsamen Termin im Stift Schlägl.

Ziel sei ein „910 Kilometer großer Aktivraum für Trailrunning“, so der Tourismusverband. Die gemeinsame Marke „North Trail“, ein einheitliches Leitsystem, neue Infrastruktur, digitales Angebot und internationalere Vermarktung sollen den Erfolg gewährleisten. Mit dem Interreg-Projekt „North Trails – Trailrunning im Dreiländereck Böhmerwald/Bayerwald“ positioniere sich der Grenzraum zwischen Österreich und Bayern demnach als „neue Premium-Destination für naturnahes Laufen, Bewegung und nachhaltigen Aktivtourismus“. Das Projekt läuft über drei Jahre bis 31. Dezember 2028 und verfolgt ein ambitioniertes Ziel: Ausgehend von einem bereits bestehenden Trailrunning-Netz von 220 Kilometern, das 2024 vom Stift Schlägl umgesetzt wurde, sollen 690 Kilometer zusätzliche Strecken einheitlich geplant und beschildert werden. Damit entsteht laut Konzept ein Laufwegenetz von 910 Kilometern. „North Trails“ wird von vier Projektpartnern gemeinsam entwickelt, finanziert und umgesetzt: Dem Tourismusverband  Mühlviertel als Leadpartner, dem Landkreis Passau, dem Landkreis Freyung-Grafenau sowie dem Prämonstratenser Chorherrenstift Schlägl. Der Tourismusverband Mühlviertel verantwortet die Gesamtkoordination und steuert Markenentwicklung, Wegenetz, Leitsystem, Infrastrukturmaßnahmen, Vermarktung, Ausschreibungen und Gesamtbericht. Die beiden Landkreise Passau und Freyung-Grafenau arbeiten an Konzept, Leitsystem, Marketingaktivitäten und der Infrastruktur auf bayerischer Seite mit. Das Stift Schlägl bringt als Initiator der  bestehenden Strecken und als Inhaber der Marke North Trails sein Know-how, zentrale Wegeflächen als Grundeigentümer und seine Erfahrung aus dem bestehenden Netz ein.

Freyung-Grafenaus stellvertretende Landrätin Helga Weinberger sieht in North Trails vor allem ein Projekt „für die Menschen in der Region. Es schafft neue Möglichkeiten für Bewegung, Naherholung und Lebensqualität direkt vor der Haustür. Gleichzeitig entsteht ein Raum, der den Austausch über Grenzen hinweg fördert – zwischen Gemeinden, Vereinen und Bürgerinnen und Bürgern in Bayern und Oberösterreich. So wächst die Region nicht nur infrastrukturell, sondern auch gesellschaftlich enger zusammen.“

Stefan Schuster, als Regionalmanager in Freyung-Grafenau für die Projektumsetzung im Bereich des Landkreises zuständig, nennt unter anderem die bereits vielfältige Erfahrungen im Bereich Trail Running, die in Freyung-Grafenau bislang gesammelt wurden und verweist auf Erfolgsprojekte wie „Heimat Trails Trophy“ und „3Kings 3Hills“. Schuster: „Bei uns existiert eine sehr aktive Trail Running Szene. Über das Regionalmanagement wird versucht, Akteure aus diesem Bereich zu gewinnen, die sich aktiv in die Umsetzung des Gesamtprojekts einbringen.“

Auch Passaus stellvertretender Landrat Klaus Jeggle betonte beim offiziellen Projektstart den Nutzen für Einheimische wie Gäste. Es sei die richtige touristische Strategie, Trends zu erkennen und Zielgruppen mit maßgeschneiderten Projekten anzusprechen. Die Lauf-Community sei so eine Zielgruppe, die nach Angeboten suche und solche dann auch sehr gerne annehme. Dies unterstrich auch MdL Josef Heisl, der besonders auf die mehrfache Bedeutung des Trailrunning-Angebots erinnerte: „Sportlich, touristisch und sozial, denn es bringt die Menschen zusammen. Gerade in Zeiten wie diesen sind solche grenzüberschreitenden Signale wichtig.“

Auf Seiten des Landkreises Passau koordiniert Tourismusreferentin Edith Bottler die Zusammenarbeit. Ihr ist besonders wichtig, dass für die Infrastruktur in Start- und Zielbereichen (WC-Anlagen, Umkleidemöglichkeiten etc.) bestehende Anlagen am Rannasee und im Nordischen Zentrum genutzt werden können. „Diese Mehrfachnutzung macht unseren Beitrag an North Trails besonders nachhaltig.“ Die Region bringe ohnehin dafür ideale Voraussetzungen mit: Wald, Höhenprofile, bestehende Wege, beeindruckende Ausblicke und eine starke Outdoor-Tradition. Und: „Wo bisher noch ein durchgängiges grenzüberschreitendes Angebot mit gemeinsamer Orientierung, klaren Qualitätsstandards und abgestimmter Vermarktung fehlt, entsteht nun ein neuer europäischer Aktivraum mit Modellcharakter.“

Zur Finanzierung des Projekts: Das Gesamtbudget beträgt 1,53 Millionen Euro. Davon entfallen auf den Tourismusverband Mühlviertel rund 750.000 Euro, auf das Stift Schlägl 350.000 Euro, auf den Landkreis Freyung-Grafenau 230.000 Euro und auf den Landkreis Passau 200.000 Euro. Die gute Nachricht für die Projektpartner: Diese Kosten werden zu 75 Prozent kofinanziert aus EFRE-Mitteln der Europäischen Union.