„Kleiner Schritt für das Regionalwerk, großer Schritt für die Region“

22. September 2026: Regionalwerke Passauer Land starten erstes Großprojekt - Spatenstich für 4,9 Megawatt-PV-Anlage in Aldersbach – Abnehmer ist benachbartes Werk von Knorr-Bremse

Mit dem Spatenstich in Aldersbach starten die Regionalwerke Passauer Land ihr erstes Großprojekt: Auf einer Wiesenfläche entsteht bist Frühjahr 2027 eine Photovoltaik-Freiflächenanlage mit 4,9 Megawatt Leistung, die den benachbarten Betrieb von Knorr-Bremse künftig direkt mit regional erzeugtem Solarstrom versorgt. Jetzt erfolgte der Spatenstich.

Die rund drei Millionen Euro teure Anlage wird über eine 1,6 Kilometer lange Stromdirektleitung mit dem Werk verbunden und soll bis zu 1.800 Tonnen CO₂ pro Jahr gegenüber dem deutschen Strommix einsparen. Der auf 20 Jahre zu einem festen Preis vereinbarte Stromabnahmevertrag schafft Planungssicherheit für beide Seiten und entlastet zugleich das öffentliche Stromnetz.

„Der Spatenstich ist ein kleiner Schritt für das Regionalwerk, aber ein großer Schritt für die Region“, sagte Landrat Raimund Kneidinger, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Regionalwerke. Letztlich leiste das Projekt vor dem Hintergrund hoher und schwer kalkulierbarer Energiepreise einen konkreten Beitrag zur Standortsicherung und damit zur Zukunft der Wirtschaftsregion insgesamt.

Jakob Schätz, Vorstand der Regionalwerke, betonte: „Die Regionalwerke agieren wie ein freier Projektentwickler und verkaufen den Strom an das Unternehmen Knorr-Bremse.“ Das Werk in Aldersbach mit rund 1.000 Beschäftigten kann künftig etwa 20 Prozent seines jährlichen Strombedarfs durch die neue Anlage decken. Werkleiter Gerhard Schwarz erklärte, der Standort profitiere damit von günstigem und sicherem Strom.

Auch Bürgerinnen und Bürger sollen sich finanziell an dem Projekt beteiligen können. Die Energiegenossenschaft EGIS aus Neuötting bereitet eine entsprechende Beteiligungsmöglichkeit vor; Details sollen im November vorgestellt werden. „Mit der Beteiligung von EGIS steht der Weg für Bürgerinnen und Bürger offen, direkt an der Anlage zu partizipieren“, sagte EGIS-Vorstandsvorsitzender Pascal Lang.

Damit verbindet das Projekt industrielle Versorgungssicherheit, regionale Wertschöpfung und Bürgerbeteiligung und schafft eine Grundlage für weitere Vorhaben der Regionalwerke im Passauer Land.

Das 1980 errichtete Werk in Aldersbach gehört zum Geschäftsbereich Commercial Vehicle Systems von Knorr-Bremse. Es fertigt Komponenten und Systeme für Nutzfahrzeuge und ist der größte Unternehmensstandort von Knorr-Bremse in Deutschland.

Die Regionalwerke Passauer Land sind eine von Landkreis-Kommunen und dem Landkreis Passau getragene Organisation. Ihr Ziel ist es, die regionale Energieversorgung zu stärken und die Energiewende vor Ort voranzubringen. Typische Aufgabenbereiche sind: Ausbau erneuerbarer Energien, etwa Photovoltaik und Windkraft, Entwicklung und Betrieb regionaler Energieprojekte, Unterstützung bei Nah- und Wärmenetzen, Förderung von Energieeffizienz und Klimaschutz sowie Stärkung der regionalen Wertschöpfung. Erträge aus Energieprojekten sollen möglichst der Region zugutekommen.

PV-Anlage Regionalwerke in Aldersbach
Gemeinsamer Spatenstich mit (v.l.) Gust Zitzlsperger (Geschäftsleiter Gemeinde Aldersbach), Tobias Kurz (Bürgermeister Bad Füssing und stv. Vorsitzender des Verwaltungsrates der Regionalwerke), Jakob Schätz (Vorstand der Regionalwerke), Landrat Raimund Kneidinger (Verwaltungsratsvorsitzender Regionalwerke), Gerhard Schwarz (Werkleiter Knorr-Bremse Aldersbach), Helmut Brummer (Leiter Einkauf Knorr-Bremse), Pascal Lang (Vorstandsvorsitzender Energiegenossenschaft EGIS), Robert Steinbauer (Zweiter Bürgermeister Aldersbach), Franz Knödl (Leiter General Service Knorr-Bremse) und Franz Maier (Grundbesitzer)