Keine Pause im Winterdienst

14. Januar 2026: Einsatz rund um die Uhr für die Verkehrssicherheit
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Der Winter bringt im Landkreis Passau nicht nur eisige Temperaturen und Schneefall mit sich, sondern auch eine große Herausforderung für die Kreisstraßenverwaltung. Mit dem längsten, sich selbst verwaltenden Kreisstraßennetz in Bayern mit knapp 600 Kilometern ist der Winterdienst eine logistische Meisterleistung.

Das weitreichende Straßennetz mit seinen unterschiedlichen topografischen Bedingungen zwischen den nördlichen und südlichen Landkreisbereichen und die hohen Anforderungen an die Sicherheit auf den Straßen prägen den Alltag der Kreisstraßenverwaltung in den Wintermonaten. Um die Straßen auch bei Schnee und Eis sicher befahrbar zu halten, setzt der Landkreis auf gut geplante Einsätze, moderne Technik und das Engagement eines erfahrenen und motivierten Teams, das fast rund um die Uhr im Einsatz ist.

Bereitschaftspläne und vorausschauende Planung

Bereits seit Ende Oktober steht der Einsatzplan für den Winterdienst fest: Der Straßenmeister hat hierzu einen detaillierten Bereitschaftsplan entwickelt, der sicherstellt, dass auch bei plötzlichem Wintereinbruch sofort reagiert werden kann. „Durch diese frühzeitige Planung können wir flexibel auf Wetterumschwünge reagieren und gewährleisten, dass alle notwendigen Geräte mit Personal und Materialien einsatzbereit sind“, erklärt Marco Zerreis, zuständiger Straßenmeister für das komplette Kreisstraßennetz im Landkreis Passau.

Die Bereitschaftspläne umfassen auch die strategische Lagerung von Streusalz an mehreren Standorten: In den Bauhöfen Patriching und Wegscheid ist Salz für die nördlichen Regionen des Landkreises gelagert, während die Bauhöfe in Ortenburg und die Salzhalle in Pocking den südlichen Teil versorgen. Diese Verteilung ermöglicht es den Winterdienst-Teams im gesamten Landkreis schnell und gezielt zu handeln.

 

Einsatzkoordination durch den Straßenmeister

Die Koordination der Einsätze und die Kommunikation mit den Fahrern und externen Partnern liegt in den Händen des Straßenmeisters, welcher sich auf seine mittlerweile jahrzehntelange Erfahrung im Winterdiensteinsatz stützen kann. Der Straßenmeister plant nicht nur die Schichten der internen und externen Einsatzkräfte, sondern passt die Streu- und Räumstrategien auch tagesaktuell an die Wetterbedingungen an.

Besonders im hügeligen Norden mit seinen kurvenreichen, oft schneebedeckten Straßenabschnitten ist ein verstärkter Winterdiensteinsatz notwendig. Hier werden die Hauptverkehrsadern prioritär geräumt und gestreut, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Im flacheren Süden liegt der Fokus hingegen stärker auf der präventiven Streuung zur Vermeidung von Glatteis. Unterstützt wird Marco Zerreis hierbei durch seine Bauhofleiter Bruno Starkl in Patriching und Ludwig Höpfl in Ortenburg. Ergänzend verstärkt Christoph Auer das Team für den Bereich um den Bauhof Wegscheid.

Dieses engagierte und eingespielte Team sichert die Koordinierung des Einsatzes im Auftrag der Verkehrssicherheit.

Rund 50 interne und externe Fahrer stehen im Bereitschaftsdienst zur Verfügung, um das gesamte Straßennetz im Wintereinsatz zu betreuen.

Aufrüstung und Wartung der Winterdienstgeräte

Ein ebenso wichtiger Bestandteil der Vorbereitungen ist die technische Aufrüstung der Winterdienstgeräte. Werkstattleiter Manuel Niedermeier und sein Team haben die Fahrzeuge und Streugeräte in den Sommermonaten intensiv gewartet und einsatzbereit gemacht. „Jedes Fahrzeug wurde auf Herz und Nieren geprüft und für die Herausforderungen des Winterdienstes vorbereitet,“ berichtet Niedermeier. Die Geräte wurden nicht nur technisch optimiert, sondern auch mit modernen Streusystemen ausgestattet, die den Salzverbrauch präzise regulieren und somit umweltschonend im Einsatz arbeiten.

Diese sorgfältige Vorbereitung garantiert, dass alle Fahrzeuge auch bei extremen Wetterbedingungen zuverlässig funktionieren. „Gerade bei plötzlichem Schneefall oder Glatteis ist es entscheidend, dass die Technik sofort einsetzbar ist,“ so Niedermeier. Diese hochmoderne Technik ermöglicht einen gezielten, ressourcenschonenden Einsatz und gewährleistet, dass die Straßen sicher befahrbar bleiben.

 

Wetterwarndienst und Glättemeldeanlagen für Frühstart mitten in der Nacht

Damit die Winterdienstfahrzeuge frühzeitig zur ihren Einsätzen ausrücken können, beginnt der Wetterwarndienst bereits um 2 Uhr nachts, bevor andere Verkehrsteilnehmer auf den Straßen unterwegs sind.

Während viele noch schlafen, brechen die Fahrer auf und beginnen ihre Runden, die sich über lange Strecken ziehen können. „Manchmal fährt man stundenlang, um sicherzustellen, dass alles gestreut ist und die Straßen sicher befahrbar bleiben. Der Gedanke, dass man vielen Menschen den Weg sicherer macht, motiviert ungemein.“, erzählt Gerhard Heiß, mittlerweile seit über 47 Jahren im Einsatz des Landkreises.

Für Ihren Arbeitseinsatz greifen die Mitarbeiter auf moderne Hilfsmittel zurück, um präzise Einschätzungen der Straßenverhältnisse zu erhalten. An besonders kritischen Stellen im Straßennetz, den sogenannten neuralgischen Punkten, sind Glättemeldeanlagen installiert. Diese Anlagen liefern wichtige Daten wie Fahrbahntemperaturen und aktuelle Bilder des Straßenbelags.

Auf dieser Basis erhalten die Winterdienstfahrer die ersten Einsatzinformationen und rücken dann gegen 3 Uhr morgens aus, um die Straßen zu räumen und zu streuen. „Dank der präzisen Wetterwarnungen können wir frühzeitig agieren und verhindern, dass die Straßen glatt werden, bevor der Berufsverkehr und die Schülerbeförderung startet“ erklärt Christian Hausinger, Fachbereichsleiter Verkehrsinfrastruktur und kommissarischer Sachgebietsleiter der Kreisstraßenverwaltung.

 

20 Fahrzeuge im Winterdienst-Einsatz mit zusätzlicher Schneeschleuder-Unterstützung

Im Winter stehen dem Landkreis bis zu 20 Fahrzeuge zur Verfügung, darunter acht landkreiseigene und zwölf von Partnerunternehmen bereitgestellte Winterdienstfahrzeuge. Zwei Fahrzeuge werden als Reserve bereitgehalten und können im Falle eines Ausfalls direkt einspringen. Bei starkem Schneefall kommen diese Reservefahrzeuge ebenfalls zum Einsatz und sind mit speziellen Schneeschleudern ausgestattet, um große Schneemengen effizient zu bewältigen. Die Schneeschleuder ist auch dieser Tage im Wegscheider Land im Einsatz, um die engen Ortsdurchfahrten von den Schneemaßen zu befreien.

 

Effiziente Streutechnik durch Soleaufbereitung

Ein zentraler Bestandteil des Winterdienstes ist die Verwendung von Sole, einem 21-prozentigen Salz-Wassergemisch, das in den Bauhöfen des Landkreises in einer sogenannten Soleanlage aufbereitet wird. In eigens auf dem Räum- und Streufahrzeug vorgesehenen Tanks wird diese Spezialflüssigkeit für den Einsatz mitgeführt. Die durch die Soleflüssigkeit benetzten Streusalzkörner haften optimal auf der Fahrbahn und werden durch den Verkehr weniger verweht. Christan Hausinger erläutert: „Mit dieser Technologie können wir den Einsatz präziser steuern und sparen Material, was den Winterdienst sowohl umweltschonender als auch wirtschaftlicher macht.“

Um auf den modernsten Stand der Technik zu sein und diese auch im Auftrag der Verkehrssicherheit im täglichen Arbeitsalltag anzuwenden, wurde im Sommer 2025 die vorhandene Soleanlage im Bauhof Patriching durch eine hochmoderne Anlage ersetzt, welche die Flüssigsalzlösung automatisch zusammenmischt. Die Investition in die Aufbereitungsanlage im oberen fünfstelligen Bereich war bereits mehr als notwendig um die bestehende und in die Jahre gekommene sowie sehr reparaturanfällige Soleanlage zu ersetzen und somit die zuverlässige Verfügbarkeit der Sole in den wichtigen Einsatzzeiten gewährleisten zu können.

 

Herausforderungen und Bedeutung des Winterdienstes

Ein gut funktionierender Winterdienst bedeutet für die Verkehrsteilnehmer Sicherheit, und diese wird durch den unermüdlichen Einsatz des gesamten Teams gewährleistet. „Unsere Fahrer sind oft schon vor dem Morgengrauen im Einsatz, damit die Straßen sicher und befahrbar sind,“ erklärt Hausinger.

Rücksichtnahme und Verständnis gegenüber den Winterdienstfahrzeugen und dem ausführenden Personal sowie ein sicherer Fahrstil tragen wesentlich dazu bei, dass alle im Winter gut ans Ziel kommen, appelliert Christian Hausinger.

Daten und Fakten zum bisherigen Winterdiensteinsatz 2025/2026

  • 51 Einsatztage
  • 4.150 Betriebsstunden
  • 85.500 km Fahrleistung
  • 25.300 km Räumstrecke
  • 42.600 km Streustrecke
  • Einsatz von 2.250 t Streusalz NaCl
  • Einsatz von 840 t Sole