Landkreis Passau Landkreis Passau
 

Haarbacher Erklärung geht nach Berlin

Meldung vom 27.09.2018 Erdverkabelung der 380-kV-Leitung von Pirach nach Pleinting soll geprüft werden – Gemeinsame Resolution an Bundestag und Bundesregierung

Haarbach. Für die Energiewende ist sie unumgänglich, das ist den betroffenen Gemeinden klar. Die geplante 380-kV-Leitung als Ersatzneubau zwischen Pirach und Pleinting ist erforderlich, um die großen Strommengen von den Erzeugern zu den Verbrauchern zu bringen. Bisher beschränken sich die Planungen ausschließlich auf eine Freileitung. Um auch die Möglichkeit einer Erdverkabelung prüfen zu lassen, wenden sich die Landräte der Landkreise Rottal-Inn und Passau, Michael Fahmüller und Franz Meyer zusammen mit den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden mit einer Resolution an Bundestag und Bundesregierung.

Der Ersatzneubau der 380-kV-Leitung zwischen Pirach und Pleinting ist aktuell ein heißes Eisen. Die mit dem Netzausbau beauftragte Firma TenneT TSO GmbH plant die Leitung derzeit ausschließlich als Freileitung. Warum die aktuellen Planungen eine Erdverkabelung nicht berücksichtigen, konnte bei einem Gesprächstermin im Haarbacher Rathaus geklärt werden. Verantwortlich dafür ist der Gesetzgeber, der den Neubau als Freileitung vorgibt, so Thomas Erhardt-Unglaub und Lea Gulich von der Firma TenneT gegenüber den Landkreis- und Gemeinde-Chefs.

Die Energiewende ist ein wichtiges Thema, dem wollen sich auch die betroffenen Gemeinden nicht verschließen. Und auch dass für den Stromtransport von Nord nach Süd und umgekehrt leistungsfähige Netze nötig sind, ist den Bürgermeistern der Städte, Märkte und Gemeinden Aidenbach, Aldersbach, Beutelsbach, Haarbach, Vilshofen a.d. Donau, Bad Birnbach, Bayerbach, Simbach am Inn, Stubenberg, Triftern und Wittibreut, wie auch den Landräten aus Passau und Rottal-Inn klar. Mit den Leitungen müssten auch größere Schwankungen im Netz ausgeglichen werden können, so die Referenten der Firma TenneT. Die Bestandsleitung sei dafür nicht mehr geeignet und müsse deshalb ersetzt werden.

Unverständnis in der Kommunalpolitik herrscht jedoch darüber, dass der Bund als Gesetzgeber den Netzausbau in Form einer Erdverkabelung im betroffenen Bereich grundsätzlich ausschließt und die Firma TenneT bisher nur mit den Planungen einer Freileitung beauftragt hat.

Um auch die Möglichkeit einer Erdverkabelung zu prüfen, wenden sich die Landräte Michael Fahmüller und Franz Meyer zusammen mit den Bürgermeistern ihrer jeweils betroffenen Gemeinden nun mit der „Haarbacher Erklärung“ an den Bundestag und die Bundesregierung. Sie sollen nach dem Wunsch aus Niederbayern die Firma TenneT mit der Prüfung beider Ausbaumöglichkeiten beauftragen.

„Im Bereich der Erdverkabelung gibt es noch zu wenige Erfahrungswerte“, gab Projektleiter Thomas Erhardt-Unglaub bei dem Gesprächstermin, bei dem die „Haarbacher Erklärung“ verabschiedet wurde zu bedenken. Hier waren sich die Kommunalpolitiker allerdings einig, dass sich der Ersatzneubau der 380-kV-Leitung in Niederbayern als Pilotprojekt eignen würde. Dieser Vorstoß wurde in die Resolution aufgenommen. Dennoch wolle man sich auch der Freileitungs-Variante nicht gänzlich verschließen, so das Ergebnis des Arbeitstreffens. Man wolle erreichen, dass beide Möglichkeiten geprüft werden und letztlich die wirtschaftlichste und verträglichste Lösung umgesetzt werde, waren sich die Bürgermeister und Landräte einig.

Denn beide Ausbauvarianten haben Vor- und Nachteile.

Die betroffenen Kommunalpolitiker waren sich nach dem Arbeitsgespräch mit der Firma TenneT einig, dass beide Ausbauvarianten geprüft werden sollten, um die beste Lösung für die Region zu finden. Deshalb haben sie sich einstimmig dazu entschlossen, sich in einer Resolution an den Bundestag und die Bundesregierung zu wenden. Der Bund solle demnach die Firma TenneT beauftragen, neben der bisherigen Planung der Freileitung, auch die Erdverkabelung zu prüfen. Mit ihrem Anliegen wenden sich die beiden Landräte sowie die Bürgermeister an die Fraktionsvorsitzenden im Deutschen Bundestag, die betreffenden Bundesministerien, die Regierung von Niederbayern sowie an die lokalen Bundes- und Landtagsabgeordneten.