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Asbest

Bis Ende der siebziger Jahre fand Asbest eine weite Anwendung, z.B. als Asbestzement und Spritzasbest im Baubereich, in Fußbodenbelägen auf Kunststoffbasis, in elektrischen Nachtspeicheröfen, in Haartrocknern, zur Wärmedämmung von Rohrleitungen in Schiffen und Gebäuden, bei Reibbelägen von Bremsen und Kupplungen, als Zuschlagstoff zur Verringerung des Abriebs von Straßendecken und als textile Asbestprodukte.

Vor allem in der asbestverarbeitenden Industrie traten erhebliche Staubkonzentrationen auf. Staubmessungen wurden jedoch nur sporadisch durchgeführt, weil die Bedeutung einer Staubminderung lange Zeit verkannt wurde. Wegen der langen Latenzzeit zwischen Asbestexposition und den dadurch verursachten Schadwirkungen ergaben sich erst sehr spät Hinweise auf das ganze Ausmaß der Gesundheitsschäden. Obwohl Lungenkrebs bei Asbestose bereits seit 1943 in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen wurde, klärte sich erst 1972, dass die angestreckte Form von Asbestpartikeln das krebserzeugende Agens darstellt. Ebenfalls in den sechziger und siebziger Jahren wurde die tumorerzeugende Wirkung von Asbest in einer Vielzahl von epidemiologischen und tierexperimentellen Studien belegt.

Inzwischen ist durch eine intensive Aufklärung der Bevölkerung die krebserzeugende Wirkung von Asbest allgemein bekannt. Bei der Einschätzung der Risikohöhe bestehen bei vielen Bürgern jedoch nur unklare Vorstellungen