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Schuleingangsuntersuchung

1. Was ist eine Schuleingangsuntersuchung?

In Bayern findet gemäß Art. 80 des „Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG)“ für Kinder in den zwei Jahren vor ihrer Aufnahme in die Jahrgangsstufe 1 der Grundschule auf Einladung des Gesundheitsamtes eine Schuleingangsuntersuchung statt. Diese Untersuchung wird entweder als „SEU“ im letzten Jahr vor Schulbeginn oder als „reformierte Schuleingangsuntersuchung = rSEU“ im vorletzten Jahr vor Schulbeginn durchgeführt.

Durch ihre gesetzliche Verpflichtung ist diese Untersuchung die einzige, die alle in Deutschland gemeldeten Kinder eines Jahrgangs erreicht. Damit bietet sie allen Kindern, unabhängig vom Sozial- und Migrationsstatus, die gleiche Möglichkeit, dass Entwicklungsverzögerungen oder  körperliche Einschränkungen erkannt werden und weitere diagnostische oder therapeutische Maßnahmen veranlasst werden können. Im Rahmen dieser Untersuchung können auch Fragen der Eltern in Bezug auf die bevorstehende Einschulung geklärt und Unsicherheiten aus dem Weg geräumt werden. Sie ist damit nicht nur Verpflichtung, sondern für Eltern und Kinder eine große Chance.

2. Was ist der Unterschied zwischen SEU und rSEU?

In den vergangenen 4 Jahren wurde an 6 bayerischen Gesundheitsämtern, darunter auch am Gesundheitsamt Passau, das Pilot-Projekt „Gesundheits- und Entwicklungsscreening im Kindergartenalter = GESIK“ durchgeführt. Im Rahmen dieses Projektes wurden einige Kinder bereits im vorletzten Jahr vor der Einschulung einer ausführlicheren Untersuchung als bisher unterzogen. Es zeigte sich, dass sich sowohl der frühere Untersuchungszeitpunkt als auch der größere Untersuchungsumfang positiv auf die Entwicklung der Kinder auswirken konnten.

Aus diesem Grund wurde 2018 im Kabinett eine bayernweite Einführung von GESIK unter dem Namen „reformierte Schuleingangsuntersuchung = rSEU“  beschlossen.

Diese rSEU bietet einige Vorteile gegenüber der herkömmlichen SEU:

Der Untersuchungsumfang ist deutlich erweitert, so dass Kinder mit Entwicklungsdefiziten leichter erkannt und einer entsprechenden Förderung zugeführt werden können. Durch den früheren Untersuchungszeitpunkt (im Jahr vor dem Vorschuljahr) steht für eventuell notwendige Therapien oder spezielle Förderung ein längerer Zeitraum bis zur Einschulung zur Verfügung, in dem sich die Kinder zudem in einem für Förderungen besonders empfänglichen Alter befinden. Die Entwicklung des Kindes kann dann im Folgejahr in einer zweiten Untersuchung – falls gewünscht – nochmals überprüft werden.

Die bayernweite Einführung der rSEU, die zukünftig die herkömmliche SEU ersetzen wird, bedarf aufgrund der hohen Zahlen an zu untersuchenden Kindern etwas Zeit, so dass in der Umstellungsphase nicht alle Kinder bereits nach der rSEU untersucht werden können, sondern ein Teil noch die herkömmliche SEU erhält.

3. Was geschieht mit den erhobenen Daten?

Alle erhobenen Daten werden anonymisiert und zur weiteren statistischen Erfassung ohne Namen und Anschrift an das „Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)“ weitergeleitet. Somit können wichtige  Erkenntnisse über den aktuellen Gesundheitszustand der Kinder in Bayern, auch im Vergleich zu anderen Bundesländern, gewonnen werden.

Eine Weitergabe an andere Stellen (Schule), erfolgt nur, wenn ein Befund erhoben wird, der für die Unterrichtsgestaltung von Bedeutung ist (z.B. das Angewiesensein Ihres Kindes auf einen Rollstuhl). Wünschen die Eltern eine weiter reichende Information der Schule, so ist dies nur mit ihrem schriftlichen Einverständnis erlaubt!

Nähere Informationen bezüglich der neuen Datenschutzbestimmungen finden Sie unter:
http://www.landkreis-passau.de/meta/erweiterte-datenschutzerklaerung-art-13-und-14-dsgvo/