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So kommt der Landkreis-Sonderzug vom Schreibtisch auf die Schiene

Meldung vom 30.08.2018 Eisenbahnfreunde geben Einblick, was hinter den Kulissen alles passieren muss – Minutengenaue Taktung ist alles

Passau. Die beiden Vorsitzenden der Passauer Eisenbahnfreunde Werner Kummer und Dr. Stefan Froschermaier sitzen am Schreibtisch im Büro des Betriebswerks in der Haitzinger Straße vor der Streckenkarte der Deutschen Bahn. „Das ist die Grundlage für unsere Streckenplanung“, sagt Kummer.

Ziel des Landkreis-Sonderzuges ist in diesem Jahr die thüringische Landeshauptstadt Erfurt. „Wo genau wir fahren können, müssen wir im Vorfeld genau planen“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Dabei müssten auch Baustellen und Streckensperrungen beachtet werden, denn die DB-Netz AG, auf deren Schienennetz der Landkreis-Sonderzug fahren soll, baue und saniere jedes Jahr auf vielen Streckenabschnitten, weiß Kummer aus Erfahrung. „Nach einer groben Vorplanung geben wir Start- und Zielbahnhof und den geplanten Streckenverlauf an die Deutsche Bahn (DB) und teilen den verantwortlichen Stellen die Abfahrtszeiten mit“, erklärt der Eisenbahn-Kenner. „Die DB taktet unseren Sonderzug dann minutengenau in den Regelfahrplan ein und gibt uns die genauen Zeiten und Streckengeschwindigkeiten für die einzelnen Abschnitte bekannt.“

Doch auch der Einsatz der Fahrzeuge gehört zu den Aufgaben, die bereits im Vorfeld akribisch geplant werden müssen. Die erwarteten 350 Teilnehmer bringen die Passauer Eisenbahner nicht in den eigenen Fahrzeugen unter. Im Einsatz werden vier Fernzug-Wagen Erster Klasse mit je 60 Sitzplätzen aus dem Betriebswerk Passau sein, die ein Partner der Eisenbahnfreunde hier stationiert hat. Dazu kommen ein Speisewagen und ein Barwagen des Passauer Vereins. Je nach Bedarf und soweit möglich, wird der Zug um weitere Wagen von Partnervereinen erweitert. Gezogen werden die Wagen von einer E-Lok der Baureihe 185. Diese stammt von der Internationalen Gesellschaft für Eisenbahnverkehr (IGE) aus Hersbruck. Mit der IGE arbeiten die Passauer Eisenbahnfreunde eng zusammen. „Hier sind genaue Absprachen mit den beteiligten Eisenbahnunternehmen nötig“, sagt Werner Kummer. Was er auch nicht unerwähnt lassen will: „Wir fahren den Landkreis-Sonderzug ohne jegliche Beteiligung eines DB-Fahrzeugs.“

Währenddessen laufen im Sachgebiet Kultur und Tourismus des Landratsamtes Passau die Planungen des Vor-Ort-Programms auf Hochtouren. Maria Denkmayr, Geschäftsleiterin des Verbands Tourist-Information Passauer Land, hat bereits seit Wochen Kontakt mit ihren Kollegen in Erfurt. Mit ihnen hat sie unter anderem die angebotenen Stadtführungen geplant und einen Empfang der Gäste aus Passau mit Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein vereinbart.

Am Veranstaltungstag selbst herrscht dann bereits ab den frühen Morgenstunden Hochbetrieb im Betriebswerk der Passauer Eisenbahnfreunde, sodass pünktlich zur Abfahrt um 6 Uhr morgens am Passauer Hauptbahnhof alles vorbereitet ist. Mit den eigenen Rangierloks der Eisenbahnfreunde werden die Wagen gereiht, in den Speise- und Barwagen wird die Verpflegung vorbereitet. Etwa eine halbe Stunde vor Abfahrt wird der gesamte Zug dann in den Hauptbahnhof geschoben, wo die Fahrgäste zusteigen können. Dann kann es losgehen mit voller Fahrt in Richtung Erfurt.