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Landrat Meyer beeindruckt von Meier Bau

13.11.2017 Besuch im Rahmen von „Landrat trifft Wirtschaft“ - Arbeitsmarkt „wie leer gefegt“

Mit 400 Beschäftigten in Rotthalmünster und weiteren 70 an zwei österreichischen Standorten ist die Firma Meier Bau zweitgrößter Arbeitgeber in Rotthalmünster. Und es könnten noch mehr Beschäftigte sein, „wenn es sie denn in Qualität und Quantität gäbe“, so Geschäftsführer Josef Huber, der freilich weiß, dass die Agentur für Arbeit eben nur die Menschen vermitteln könne, die Arbeit suchen. Bei einer Arbeitslosenquote von aktuell 2,7 Prozent im Landkreis Passau ist der Markt leergefegt. „Man muss die Zahl der Langzeitarbeitslosen senken“, gab Landrat Franz Meyer eine Möglichkeit vor.

Denn Arbeit ist mehr als genug vorhanden, wie beim jüngsten Besuch im Rahmen von „Landrat trifft Wirtschaft“ bei Meier Bau in Rotthalmünster deutlich wurde. Im pyramidenförmigen Hauptgebäude der Zentrale empfing Geschäftsführer Josef Huber zusammen mit Hochbau-Geschäftsführer Richard Hofmann und Prokurist Christian Kampelsberger die Besucher. Um Sorgen und Wünsche der Wirtschaft vor Ort zu erfahren und möglichst gleich zu lösen, reist der Landrat stets mit Wirtschaftsreferentin Heidi Taubeneder sowie Vertretern der Arbeitsagentur - in diesem Fall waren das Bereichsleiter Hermann Käser und die Arbeitsvermittlerinnen Marika Braml und Andrea Bayer - mit: „Mit diesen Besuchen wollen wir unter Beweis stellen, dass der Landkreis Passau ein wirtschaftsfreundlicher Landkreis ist“, betonte Meyer, der stolz darauf hinwies, dass im Landkreis in den vergangenen Jahren 12 000 neue, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden sind. Somit zeige sich die Region als attraktiver Standort zum Leben und zum Arbeiten. Eine Botschaft, die ankommt: Laut einer Untersuchung hat der Landkreis Passau die zweithöchste Zahl an Rückkehrern, also Menschen, die wegen Studiums oder Ausbildung die Heimat verlassen hatten, deutschlandweit. 

Arbeit hat auch Meier Bau mehr als genug. Das Unternehmen hat bereits den ersten Teil der A94 in Niederbayern bei Malching gebaut, jetzt geht es weiter mit dem Abschnitt Kirchham. Größte Herausforderung ist die Einhausung bei Tutting, der „Scheuer-Tunnel“, wie Landrat Meyer an den Einsatz des früheren Staatssekretärs im Verkehrsministerium erinnerte. Das 46-Millionen-Projekt bringt den Verkehr unter die Erde und ist mit einer vierjährigen Bauzeit veranschlagt. Dazu engagiert sich Meier Bau auch als Investor vor Ort, wie Bürgermeister Franz Schönmoser den Bau des Schwesternwohnheims in zentraler Lage am Marktplatz erfreut ins Gespräch brachte. Auch dies sei ein Beitrag, weitere hochwertige Arbeitsplätze im Markt zu bieten. Die Gesundheitseinrichtungen des Landkreises, zu dem das Krankenhaus Rotthalmünster gehört, sind der größte Arbeitgeber Rotthalmünsters, auf Platz zwei folgt das Bauunternehmen Meier, das kürzlich sein 125-jähriges Bestehen gefeiert hat.

Eine Zeit, in der die Firma Höhen und Tiefen erlebt hat, ohne, so betont Josef Huber, jemals Leute entlassen zu müssen. Doch die Bürokratie mache den Unternehmen das Leben und damit auch oft die Attraktivität als Arbeitgeber schwer. Da seien strenge Arbeitszeitauflagen und andererseits geforderte 24-Stunden-Baustellen auf Autobahnen. Früher hätten die Männer am Bau lange Arbeitstage im Sommer in Kauf genommen, um die Winterpause überbrücken zu können, was bei vorgeschriebenen zehn Stunden am Tag nur mehr schwerlich möglich ist. Josef Huber würde sich eine  Weiterqualifizierung zum Beispiel durch den Erwerb des Lkw-Führerscheins wünschen, was bei bereits angestellten Mitarbeitern nicht möglich ist. „Da müssen Lösungen gefunden werden“, forderte Landrat Meyer in Richtung Arbeitsagentur.

Anderes Beispiel für strenge Reglungen: der Erdaushub bei Straßenbauten muss schon bei geringen Belastungen als Müll entsorgt werden. Richard Hofmann holte eine Mineralwasserflasche: „Der Nitratwert des Wassers hier ist höher als der Richtwert für den Aushub“, machte er die deutlich.

Sorgen bereitet die Infrastruktur in Deutschland, „wobei die Straßen im Landkreis gut beieinander sind“, betonte Hofmann. Doch weil immer mehr Brücken für den Schwerlastverkehr, zum Beispiel beim Transport von Spezialkränen, gesperrt würden, müssten riesige Umwege in Kauf genommen werden. Deutlich kritisiert wurden auch die Grenzkontrollen auf der A3, dank der die ungehinderte Fahrt von der Auffahrt Pocking nach Passau nicht mehr möglich ist. Im Stau, so erzählte Geschäftsführer Huber, sei in manchem Mischtransporter der Beton schon hart geworden. Das kostet Zeit und Geld. Die Kontrollen, vor allem der Standort der Kontrollen, treiben auch Landrat Meyer um. Bereits mehrfach wurde eine Verlegung nach Suben gefordert, „hier sind Berlin und Wien am Zug“.

Landrat trifft Wirtschaft diesmal bei der Firma Meier Bau. Empfang am pyramidenförmigen Hauptgebäude am Ortseingang Rotthalmünster

 

(von links): Prokurist Christian Kampelsberger, Bürgermeister Franz Schönmoser, Geschäftsführer Josef Huber, Landrat Franz Meyer, der das Landkreiswappen überreichte, Geschäftsführer Richard Hofmann, Wirtschaftsreferentin Heidi Taubeneder und von der Arbeitsagentur Bereichsleiter Hermann Käser und die Arbeitsvermittlerinnen Marika Braml und Andrea Bayer. Foto: Landkreis Passau

Kategorien: Wirtschaft