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Unterstützungsverein Haselberg-Sonnen

Er wurde 1924 von Arbeitern des Steinbruchs Haselberg gegründet. Damals waren die staatlichen sozialen Leistungen noch sehr knapp, die Unfälle in den Steinbrüchen aber nicht selten. Es handelt sich um einen Selbsthilfeverein.


VORSTAENDE:

1. Vorstand: Josef Sanladerer
2. Vorstand: Albert Sicklinger
3. Vorstand: Elsa Haselbeck


Geschichte des Unterstützungsvereines Haselberg-Sonnen

In einer Zeit als die staatlichen, sozialen Leistungen noch sehr gering waren und menschliche Solidarität mehr denn je gefragt war, beschlossen im Jahre 1924 fünfundzwanzig Personen, aus der Belegschaft des Steinbruches Haselberg, Eigentümer Leonhard Binder, jetzt Götzer, sich zu einem Arbeiterunterstützungsverein Haselberg zusammenzuschließen.

Die Zielsetzung des Vereins bestand in der gegenseitigen Hilfestellung in Krankheitsfällen, Bestreitung der Beerdingungskosten und in geselliger, lehrreicher Unterhaltung.

Schriftliche Aufzeichnungen existieren nicht, die mündliche Überlieferung besagt jedoch, daß Leonhard Binder, Eigentümer des Steinbruches, erster Vorsitzender und Josef Steininger Kassier des Vereins war. Wenn genauere Angaben über die Gründungszeit des heute mitgliederstärksten Vereins in der Pfarrei und der Gemeinde Sonnen nicht vorhanden sind, ist dies ein Zeichen dafür, daß damals die Menschen noch mehr auf ihr Wort vertrauten. Zur Gründungszeit waren die Steinbrüche in unserem Raum neben der Handweberei und dem Baugewerbe, die bedeutendsten Erwerbsquellen. Unfälle dürften vor allem in den Steinbrüchen nicht selten vorgekommen sein.

Bereits vier Jahre nach der Vereinsgründüng wurde eine Vereinsfahne angeschafft, welche am 12.08.1928 in einem festlichen Rahmen kirchlich gesegnet wurde. Als Fahnenmutter konnte Frau Katharina Gründinger, Bäckermeistergattin aus Haselberg, gewonnen werden. Die noch heute vorhandene Fahne zeigt auf der einen Seite, als Sinnbild der gegenseitigen Hilfestellung zwei sich reichende Hände und auf der anderen Seite das bayerische Rautenwappen, außerdem noch die Jahreszahlen 1924 - 1928. Patenverein der Fahnenweihe war damals schon der Unterstützungsverein Hauzenberg.

Die damalige Fahnenweihe brachte dem Verein einen erheblichen Aufschwung in der Mitgliederstärke.

Wie noch lebende Vereinsmitglieder berichteten, bereitete die politische Gleichschaltung in der NS-Zeit, nach 1933 große Schwierigkeiten und schließlich schlief der Verein notgedrungen ein.

Erst im Jahre 1966 bemühten sich Anton Wimmer jun. und Moser Josef, genannt der „Langin Sepp", den Verein neu zu beleben. Vorerst traten 23 Männer und 8 Frauen dem Verein bei. Der Verein bekam den Namen „Unterstützungsverein Haselberg-Sonnen". Als Mitgliedsbeitrag und Sterbebeitrag wurden je DM 3,- festgelegt.

Der Wiederbegründer des Vereins und Vereinsvorsitzende Anton Wimmer starb jedoch, erst 30 Jahre alt, an seinem Geburtstag, den 6. Juni 1969, plötzlich an Herzversagen. Ihm folgte sein Vater, Anton Wimmer sen. Als Vorsitzender nach. Josef Moser diente als Kassier weiterhin dem Verein, ebenso Hermann Höllmüller. Gemeindeschreiber von Sonnen, als Schriftführer. Im Jahre 1970 zählte der Verein bereits 93 männliche und 21 weibliche Mitglieder. 1973 beschlossen die Mitglieder, im Kloster Thyrnau eine neue Fahne, für DM 3000,- zu bestellen. Selbe wurde dann am 28.07.1974 geweiht. Die Fahnenweihe war wohl das größte Ereignis der Nachkriegsgeschichte. Als Fahnenmutter konnte Frau Mathilde Kohl, Verkehrsunternehmensgattin aus Sonnen, gewonnen werden. Zugleich wurde in diesem Jahr das 50 jährige Gründungsjubiläum begangen. Neben dem Festverein und dem Patenverein Hauzenberg, Pate wie schon 1928, erschienen 26 auswärtige Vereine.

An der Spitze mehrere Ehrengäste, zollte der Schirmherr der Veranstaltung, MdL Hermann Wösner, dem Verein Dank und Anerkennung. Neben dem Fahnenmutter-Band stifteten noch weitere Bänder die Festjungfrauen: Bauer Gertraud, Kinateder Elisabeth, Sanladerer Christa, Kinateder Marianne, Knödlseder Helga, Knödlseder Hilde, Mauritz Angela, Donaubauer Sieglinde und Schramm Anita. Die Festkapelle Sonnen sowie die Musikkapellen Hauzenberg und Breitenberg spielten beim Festzug auf. Die Segnung der Fahne erfolgte in der überfüllten Pfarrkirche „Maria HimmelfahrtSonnen durch H. Pfarrer Kerschbaum, welcher zugleich Festredner war. Die Fahnenweihe war nicht nur organisatorisch, sondern auch finanziell ein großer Erfolg. Bei der Jahreshauptversammlung 1975 bat Josef Moser um Entlastung als Kassenwart. Hans Lorenz erklärte sich dann bereit, die Kassenführung zu übernehmen. Bis zum heutigen Tag engagierte sich Lorenz voll für den Verein und hat mit dazu beigetragen, daß der Verein bereits 1982 sein vierhundertstes und 1989 sein fünfhundertstes Mitglied ehren konnte.

Während 1976 das Sterbegeld noch DM 400,-hat, ist dieses mittlerweile auf DM 2.100,- angestiegen. Mit der Steigerung des Sterbegeldes kam der Verein seiner Zielsetzung noch näher. Bei der Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen im Jahre 1979, gab der Vorsitzende Anton Wimmer bekannt, daß er nicht mehr als Vorsitzender kandidieren will. Nach einer längeren Aussprache erklärte sich schließlich Sepp Sanladerer bereit, den Vorsitz zu übernehmen. Beim folgenden Jahresausflug des Vereins, am 27.05.1979, in den oberen Bay. Wald, erlitt der zum Ehrenvorsitzenden ernannte Anton Wimmer, einen Herzanfall und mußte in das Krankenhaus Zwiesel eingeliefert werden, wo er dann am 28.05.1979 verstorben ist. Bei der Beerdigung würdigte Sanladerer die Leistungen von Anton Wimmer sen.. In den zwanzig Jahren des Vereinsvorsitzes unter Sepp Sanladerer, tatkräftig unterstützt durch die gesamte Vorstandschaft, hat der Verein einen weiteren Aufschwung erlebt.

Die gleiche Zeit ist Alois Knödlseder Fahnenträger, begleitet von seiner Ehefrau Elsa und Stilla Weidinger als Fahnensektion. Auf sie war stets Verlass und bereicherten den Verein äußerst positiv bei öffentlichen Auftritten. Die derzeitige Vorstandschaft wird gestellt von Sepp Sanladerer als Vorsitzender, Albert Sicklinger und Elsa Haselbeck als stellvertretende Vorsitzende. Hans Lorenz als Kassier, Reinhard Brandstetter als Schriftführer und als Besitzende: Elsa Knödlseder, Stilla Weidinger, Barbara Jung, Heidi Höll, Christa Wimmer, Josef Mauritz, Otto Sicklinger, Erwin Stockinger, Josef Müller und Alfons Seibold. Als Kassenprüfer füngieren Willi Hauzeneder und Max Brandstetter. Matthias Anetzberger, Bürgermeister der Gemeinde Sonnen, welcher bei der letzten Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen, nicht mehr als stellvertretender Vorsitzender kandidierte, wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Am 22.02.1994 ist der langjährige Schriftführer des Vereins, Hermann Höllmüller, nach längerer Krankheit verstorben. Höllmüller wurde bei der Jahreshauptversammlung 1992, in Anbetracht seiner Verdienste um den Verein, zum Ehrenmitglied ernannt. Seit 1991 werden Mitglieder für 25 jährige treue Mitgliedschaft geehrt. Zu diesem Zweck wurden entsprechende Vereinsabzeichen und Urkunden besorgt.

Bei längerer Erkrankung eines Mitgliedes werden Krankenbesuche durchgeführt und ein Geschenkkorb überreicht. Während bis vor drei Jahren Geburtstagsbesuche im Turnus von fünf Jahren, erst ab 75 Jahren erfolgten, wurde die Gratulation auf 70 Jahre vorverlegt. Ab 90 Jahren erfolgt ein jährlicher Geburtstagsbesuch. Auch bei den erwähnten Geburtstagsbesuchen wird jeweils ein Geschenkkorb überreicht. Zur Belebung des Vereins zählen auch die Teilnahme an Vereinsfestlichkeiten und Veranstaltungen anderer Vereine sowie Beteiligung bei kirchlichen Veranstaltungen. Seit l. Mai 1988 gestaltet der Verein den Tag der Arbeit durch einen Kirchenzug begleitet von der Blasmusik Sonnen.

Der hl. Josef ist nicht nur der Patron der Arbeiter, sondern auch des Unterstützungsvereins. Schließlich zeigt eine Seite der 1974 geweihten Fahne, den hl. Josef als Patron. Außerdem wurde vom Verein die St. Josefs-Statuein der Pfarrkirche mit einem Betrag von DM 1.900,- renoviert. DM 1.260,- bestritten die Vorstandsmitglieder aus eigener Tasche, nur DM 640,- wurden der Vereinskasse entnommen. Bereits zweimal wurde vom Verein für den Kindergarten ein Betrag von jeweils DM l .000,- gespendet. Am 07.11.1998 fand im Vereinsheim des Trachtenvereins Wotzdorf das Patenbitten beim Unterstützungsverein Hauzenberg statt. Der schon zweimalige Patenverein Hauzenberg wurde dabei ersucht, die Patenschaft für das 75 jährige Gründungsfest des Vereins, am 17. und 18. Juli 1999, zu übernehmen.

Als Schirmherr für das 75 jährige Gründungsfest konnte MdL Konrad Kobler, Vorsitzender des sozialpolitischen Ausschusses des Bayerischen Landtages, gewonnen werden. Der Unterstützungsverein Haselberg-Sonnen betrachtet sich als Heimatverein und ist nicht mehr wegzudenken. Bei Erstellung der Festschrift zählte der Verein 603 Mitglieder. Aufgabe des Vereins wird es weiterhin sein, den sozialen und gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden. Mit den gewährten Leistungen hat er seine Prüfung bestanden.


Sepp Sanladerer

Gemeinde

  • Sonnen

Kategorie

  • Soziale Einrichtungen / Hilfswerke